Neid, Missgunst, Nachahmung – und warum man damit immer erfolglos bleibt

Neid, Missgunst, Nachahmung – und warum man damit immer erfolglos bleibt

Ich bin schon lange in der Branche tätig, über 20 Jahre haben wir nun Erfahrung in dem was wir jeden Tag kreieren. Und das an den verschiedensten Orten der Welt. Diese Orte haben mich so sehr beflügelt in meiner Kreativität, in meinem Schaffen und Tun, dass ich heute wirklich stolz auf meine Arbeit bin.

Es gab in meiner Vergangenheit ebenfalls schon immer Menschen, die mich im Berufs- oder auch Privatleben mit ihrem negativen Dasein begleitet haben. War es entweder eine Privatperson, die nicht „ertragen“ konnte, wie glücklich mein Leben verläuft oder die Tatsache, dass man durch wirklich hartes Arbeiten einen enormen Sprung in der Veränderung von Lebensstandards und vor allem Lebensqualität schaffte. Anstatt freudige Teilnahme zu bekunden, wurden Kommentare platziert, die klangen so schrecklich neidisch. „Naja, soviel Geld würde ich nie für eine Handtasche ausgeben“. „Das muss jeder für sich selbst entscheiden, aber ich würde nie in so ein Restaurant gehen“.

Oder waren es die früheren Arbeitskollegen, die wieder mit ansehen mussten, zu welchen weiten Reisezielen mein nächster Urlaub ging. „Ich würde mich nie so lange in ein Flugzeug setzen, was hat man bitte davon?“. „Schon wieder Urlaub? Du verreist schon wieder? Aber zuhause ist es doch auch schön!“

Als meine Karriere mit Ende Zwanzig einen richtigen Boost bekam und bis Anfang 40 stets steil nach oben ging, waren es dann auch die Kommentare in der Arbeit: „Oh, Frau Was-zu-Sagen-Haberin, was würdest Du in dieser Situation machen?“ „Na, Du musst ja hier Geld verdienen, wenn Du Dir DAS erlauben und alles leisten kannst“.

Konnte ich. Denn ich habe immer ein bisschen mehr gearbeitet, Stunden um Stunden weggearbeitet, mich um zusätzliche Projekte gekümmert und diese mit wirklichem Engagement umgesetzt. Ich habe mich pausenlos über 20 Jahre weitergebildet, persönlich und fachlich, viele Coachings und viele Trainings erlebt, die mir erlaubt haben, neue Ideen und Out-of-the-Box-Thinking zu ermöglichen. Ich war ausschließlich bei TOP-Arbeitgebern angestellt (na gut, bis auf einen), denen neben beruflicher Entwicklung auch die soziale Entwicklung wichtig war. Die mir die Möglichkeiten und Freiheiten gaben, frei und kreativ zu sein. Auf der Stelle treten und einen Nine-to-five-Job? Nein danke, für mich unvorstellbar. Es war mir egal, was andere dachten.

Das Gerede habe ich ertragen und irgendwann nicht mehr gehört. ZUR KENNTNIS GENOMMEN. Ich habe mich nicht über die Überstunden definiert, sondern immer über das Ergebnis und den Erfolg meiner Projekte und Arbeiten. Denn in der Arbeit ist es wie bei einem Marathon: Die Strecke eines Marathons ist immer 42,195 km. Ob Du den Marathon in 2:30 Stunden oder 5 Stunden schaffst, die Strecke bleibt immer gleich. Es ist die Arbeit, das harte körperliche und mentale Training, was dahintersteckt, einen Marathon erfolgreich zu schaffen und ins Ziel zu kommen. Es kommt darauf an, ob Du ins Ziel kommst. Nicht wann und nicht wie.

So ist das auch mit unserem aktuellen Umfeld. Seit ich Karins Schwester gegründet habe, wird mir meine Umwelt noch bewusster, denn diese Umwelt gibt mir nun direktes Feedback. Mit seinem Handeln. Und seinen Worten.

Ein Concept Store in dieser Art und Weise, mit einem fröhlichen und gut gelaunten Auftreten in einem durchaus traditionellen Fleckchen Erde zu verwirklichen, spricht für sich. Wir sind vor vier Jahren nach Berchtesgaden gezogen und vor 1,5 Jahren, im Dezember 2020 habe ich meine ersten Pläne mit Karins Schwester umgesetzt. Einfach ein Concept Store eröffnet. Es ist neu für mich an einem Ort mit 7.700 Einwohnern zu erfahren, dass man kaum etwas über die anderen weiß (weil es mich, muss ich gestehen, auch überhaupt nicht interessiert), die anderen aber alles über Dich wissen. Oder eben glauben zu wissen. Sie wissen mit wem Du verheiratet bist und welches Auto Du fährst. Sie wissen, wo Du wohnst und wie Du wohnst. Und wenn sie es nicht wissen, wollen sie es wissen. So wirst Du ausgefragt, ob Du in Eigentum oder zur Miete wohnst oder Dein Auto gekauft ist. Oder noch weitere Autos fährst. Das kann ja wohl nicht nur das einzige Auto sein. Denn daraus wird Einkommen und Vermögen abgeleitet.  Wohin der nächste Urlaub geht und dort in welches Hotel. Um dann zu checken, wie teuer die Zimmer sind und zu fragen, war der Zimmerpreis mit Frühstück oder ohne.

Ach, an dieser Stelle sei erwähnt: Ich bin in meinem Leben sehr viele Marathons gelaufen. Jaaa, genau, unvorstellbar, gell? Sehe ich doch gar nicht aus wie eine Marathonläuferin. Ja, heute vielleicht nicht mehr. Aber damals schon. Wusstet Ihr nicht? Oha, na da schau her. Wieder etwas, was keiner hier weiß.

Unter privater Beobachtung zu stehen ist nicht neu. Privat widerfährt es einem überall – unabhängig von der Größe Deiner Stadt, egal ob im Norden oder Süden. Es ist überall gleich. Es wird immer über den Zaun geschaut und geguckt, ob Dein Gras grüner, Deine Blumen bunter oder Dein Auto größer ist. Das ist nicht neu. Das ist Deutsch.

Beruflich ist es uns neu. So offensichtlich beäugt zu werden. Was passiert da und was ist da los. Am Anfang wurde ich mit meinem Laden belächelt. „Schau sie dir an, so ein Laden hier bei uns – naaaa, des wird nix“. „Sowas brauchts doch neeeed bei uns!“ Zur Eröffnung haben so manche Branchenkollegen lieber ihre Angestellten geschickt. Welche Marken und welche Preise gibt es wohl bei Karins Schwester? Selber vorbeischauen und einen guten Start wünschen? Fehlanzeige. Da werden lieber sonntags Bilder an den Schaufenstern von außen gemacht und spöttisch über den Laden geredet. Dass das Modeverständnis hier vor Ort durchaus anders ist, zeigt uns so manche Dame, wenn sie im Laden ist und spottet, lacht oder lästert. Der wichtigste Punkt an dieser Stelle: Es interessiert uns einfach nicht. Diese Dame muss bei uns nicht kaufen.  

Ist das also Neid? Oh, ja, das ist Neid. Sie lächeln, weil sie dich scheitern sehen wollen. Aber wir scheitern nicht. Wir gehen einfach unseren Weg weiter.

Tja, wir kamen hierher und haben einfach gemacht. Das muss für so manch einen wirklich schwer zu ertragen sein.

Und heute im Jahr 2022?

Es ist anders. Nach 1,5 Jahren hat es sich stark gewandelt. Heute gibt es die unglaublich herzlichen, einheimischen, weltoffenen Kunden, sesshaft in Berchtesgaden und dem ganzen Berchtesgadener Land, die ab Stunde eins an uns geglaubt haben und uns bis heute die unabdingbare Treue halten. Sie erfreuen sich über unser Sortiment, die wilden und bunten Farben und die pure Lebensfreude. Weil sie es spüren, unseren Lebenstraum und unsere Vision - vielleicht weil sie selbst so sind. Die Ausstrahlung und die Energie. Der Besuch in unserem Store wird jedes Mal zu einem Highlight weil es mitunter die herzlichsten Kunden hier sind, die tagtäglich bei uns vorbei schauen. Die mit uns leiden, als wir in den Lockdown gingen und uns gut zugesprochen haben. Die mitfiebern, mitweinen und mitlachen. Die uns helfen, Karins Schwester zu realisieren. Und die sich jetzt mehr denn je erfreuen, dass Karins Schwester sich hier vor Ort so entwickelt, wächst und lebt.

Es gibt viele Branchenkollegen und viele Gastronomen vor Ort, die ebenfalls ab Stunde Null an uns glaubten und heute starke Kooperationen mit uns bilden. Ein Zusammenhalt, den man nicht erklären kann. Ein Gefühl was uns beflügelt. Ein fairer Austausch und Partnerschaft. Und mit denen wir die nächsten starken Projekte umsetzen.

So verändert sich auch die Angebotssituation durchaus hier vor Ort und wir genießen es, als neuer Impulsgeber gesehen zu werden und tragen maßgeblich zu vielen Veränderungen in der Branche bei. Die CopyCats hatten noch nie soviel zu tun wie in den jetzigen Zeiten und müssen lernen, dass sie immer einen Schritt hinterher sind. Anstatt eigene Ideen oder kreative Projekte ins Leben zu rufen, drückt man sich die Nase am Fenster platt und guckt, was wir als Nachbar machen. Kopieren und ahmen nach. Natürlich immer am Original (uns) vorbei.

Das ist der Unterschied zu uns: WIR sind WIR. Und wir sind ECHT.

Ein weiterer Unterschied: Wir verkaufen ein Lebensgefühl. Unser eigenes Lebensgefühl. So fühlen wir. Glücklich, positiv, echt. Und das kann man nicht kopieren. Das hat man oder nicht.

Wir freuen uns, wenn sich Menschen bei uns etwas gönnen und leisten. Weil sie dafür sparen oder hart arbeiten. So wie wir. Wir freuen uns, wenn positive Veränderungen stattfinden und ein neuer Zusammenhalt wächst. Ebenso freuen wir uns sehr wenn andere Unternehmen uns um Rat fragen, egal ob es Fachthemen betrifft wie Digitalisierung, Shop-Technik oder Sortimentierung. Und wir ihnen helfen können. Beim Verändern oder Verbessern. Denn wir teilen unser Wissen gerne.

Ich komme aus einer Welt, in der Neid und Missgunst nicht existieren. Es liegt an meinen Wurzeln und dem Haus aus welchem ich komme, an meiner Erziehung und an meiner Entwicklung im Leben. Ich habe noch nie jemanden etwas „geneidet“: keine materialistischen Dinge, keine persönlichen Fähigkeiten. Ich war immer ich und wenn ich etwas bei mir verändern wollte, habe ich mich darum gekümmert, es zu erreichen.

Den Neidern wünsche ich, dass sie das finden, was sie augenscheinlich und verzweifelt suchen: ihre innere Zufriedenheit. Da ich diese Menschen aber nicht ändern kann, mache ich einfach weiterhin das was ich kann: ich bin ich und bleibe es auch. Damit mein Glück weiterhin bei mir zuhause ist.

Neid ist die größte Demonstration der menschlichen Unzufriedenheit. Wer ausgeglichen ist, der kümmert sich nicht um die anderen.

Schlagwörter: Blog, Missgunst, Neid, Unzufriedenheit

Kommentare

  • Veröffentlicht von Patricia Glantz am

    Liebe „Mari“, da schreibst du mir direkt aus dem Herzen.
    Danke
    Ferdi und ich haben schöne bunte Stunden bei dir verbracht….
    Und „gestöbert“.
    Ich mag ja blanken Konsum so gar nicht mehr – aber ja. Bei dir… anders. Direkt mit Gefühl verknüpft.
    Und das bescheidene lebensfrohe Kleidchen das mein betont minimalistisch Campinggepäck beflügelte ….. hat mir noch am selben Tag 3 Komplimente von fremden Frauen eingebracht ✨✨✨das würde so wunderschön und fröhlich aussehen.
    Ich habe natürlich jedes Mal geantwortet : oh ja das finde ich auch – Karins Schwester Berchtesgaden“ ❤️
    Bis bald – an meinem Lieblingsplatz

  • Veröffentlicht von Dieter Goth am

    Dei Beitrag ist ein Volltreffer, …

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